Zinseszins: wenn Zinsen selbst Zinsen bringen
Legst du Geld zu einem festen Zinssatz an und lässt die Zinsen auf dem Konto, werden sie im nächsten Zeitraum mitverzinst. Das ist der Zinseszins. Über wenige Jahre fällt er kaum auf, über lange Zeiträume macht er einen großen Teil des Ergebnisses aus. Der Zinseszinsrechner zeigt dir, was aus einem Startkapital und einer monatlichen Sparrate wird, und wie viel davon Zinsen sind. Er rechnet mit einem festen Zinssatz, vor Steuern und Gebühren. Das Ergebnis ist eine Modellrechnung und keine Prognose für eine bestimmte Geldanlage.
Ein einfaches Beispiel
10.000 € zu 5 % pro Jahr werden nach einem Jahr zu 10.500 €. Im zweiten Jahr gibt es 5 % auf 10.500 €, also 525 € statt 500 €, und das Guthaben steigt auf 11.025 €. Nach 10 Jahren sind es bei jährlicher Zinsgutschrift 16.288,95 €: 10.000 € eingezahlt, 6.288,95 € Zinsen. Ohne Zinseszins, also wenn du die Zinsen jedes Jahr abheben würdest, wären es nur 5.000 € Zinsen.
Monatliche oder jährliche Zinsgutschrift
In der unteren Leiste wählst du, wie oft die Zinsen gutgeschrieben werden.
- Monatliche Zinsgutschrift: Jeden Monat gibt es ein Zwölftel des Jahreszinses. Bei 5 % sind das 0,4167 % pro Monat. Weil die Zinsen schon im Laufe des Jahres mitverzinst werden, wächst das Geld etwas schneller. Das Beispiel ergibt dann nach 10 Jahren 16.470,09 €.
- Jährliche Zinsgutschrift: Der Jahreszins gilt genau so, wie er angegeben ist. Der Rechner verteilt ihn gleichmäßig auf die Monate (der Monatszins ist (1 + Jahreszins)1/12 − 1), damit die Sparraten richtig mitgerechnet werden. Am Ende jedes vollen Jahres entspricht das exakt einer Gutschrift von 5 %.
Der Unterschied von 181,14 € im Beispiel zeigt: Bei gleichem Zinssatz bringt die häufigere Gutschrift etwas mehr. Wenn du zwei Angebote vergleichst, achte deshalb darauf, wie der Zins gemeint ist.
Mit monatlicher Sparrate
Die meisten sparen nicht einmalig, sondern jeden Monat einen festen Betrag, etwa per Dauerauftrag auf ein Sparkonto oder in einen Sparplan. Der Rechner zahlt die Rate am Ende jedes Monats ein. Beispiele:
| Eingabe | Eingezahlt | Zinsen | Endkapital |
|---|---|---|---|
| 10.000 € + 100 € pro Monat, 5 %, 10 Jahre, monatlich | 22.000,00 € | 9.998,32 € | 31.998,32 € |
| 0 € + 100 € pro Monat, 3 %, 20 Jahre, monatlich | 24.000,00 € | 8.830,20 € | 32.830,20 € |
| 0 € + 100 € pro Monat, 3 %, 20 Jahre, jährlich | 24.000,00 € | 8.685,44 € | 32.685,44 € |
Mit „Jahr für Jahr“ siehst du in einer Tabelle, wie Einzahlungen und Zinsen wachsen. In den ersten Jahren kommt das meiste Wachstum aus deinen Einzahlungen, später holen die Zinsen auf.
Zeit oder Zinssatz?
Mit dem Rechner kannst du gut ausprobieren, was mehr bewirkt: ein höherer Zinssatz, eine höhere Sparrate oder einfach mehr Zeit. Ändere jeweils nur eine Zahl und schau, wie sich das Endkapital verschiebt. Über lange Zeiträume wirkt jedes zusätzliche Jahr stärker als das vorherige, weil die Zinsen auf ein immer größeres Guthaben anfallen. Über „Teilen“ bekommst du einen Link mit genau deinen Zahlen, zum Beispiel um zwei Varianten nebeneinander zu öffnen.
Was der Rechner nicht berücksichtigt
- Steuern. Zinserträge können steuerpflichtig sein. Wie viel abgezogen wird, hängt vom Land und von deiner Situation ab, deshalb rechnet der Rechner vor Steuern.
- Gebühren. Kontoführungs-, Depot- oder Fondskosten senken die Rendite.
- Schwankende Zinsen und Kurse. Ein fester Zins gilt nur für bestimmte Anlagen und oft nur für eine bestimmte Zeit. Bei Aktien oder Fonds gibt es keinen festen Zins, der Wert kann steigen und fallen.
- Inflation. Das Endkapital ist ein Betrag in der Zukunft. Was du dir dafür kaufen kannst, hängt von der Preisentwicklung ab.
Der Rechner gibt keine Anlageempfehlung und nennt keine Marktzinsen. Er zeigt, wie ein angenommener Zinssatz über die Zeit wirkt.
Sparen und Leihen
Der Zinseszins wirkt auch in die andere Richtung: Wer einen Kredit aufnimmt, zahlt Zinsen auf die Restschuld. Der Kreditrechner zeigt Monatsrate, Gesamtzinsen und Tilgungsplan. Wie viel Prozent mehr oder weniger ein Betrag ist, rechnet der Prozentrechner, und wenn du Lohn und Sparrate ins Verhältnis setzen willst, hilft der Stundenlohnrechner.
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