Aufschlag oder Handelsspanne: zwei Prozentsätze für denselben Gewinn
Wer etwas einkauft und weiterverkauft, ob im Laden, im Onlineshop, auf dem Markt oder im Café, muss wissen, wie viel pro Stück übrig bleibt. Dafür gibt es drei gebräuchliche Kennzahlen, und sie werden oft verwechselt. Der Margenrechner zeigt alle drei gleichzeitig und rechnet in beide Richtungen: vom Preis zur Marge und von der gewünschten Marge zum Preis. Gerechnet wird mit Nettopreisen, also ohne Mehrwertsteuer.
Die drei Kennzahlen
Ein Beispiel: Du kaufst einen Artikel für 60 € ein und verkaufst ihn für 100 €. Der Rohgewinn ist 100 − 60 = 40 €.
- Aufschlag (Kalkulationszuschlag): Rohgewinn ÷ Einkaufspreis × 100. Hier 40 ÷ 60 = 66,67 %. Er sagt, wie viel Prozent du auf den Einkaufspreis draufschlägst.
- Handelsspanne (die Marge im engeren Sinn): Rohgewinn ÷ Verkaufspreis × 100. Hier 40 ÷ 100 = 40 %. Sie sagt, welcher Anteil des Verkaufspreises bei dir bleibt.
- Kalkulationsfaktor: Verkaufspreis ÷ Einkaufspreis. Hier 100 ÷ 60 = 1,667. Mit diesem Faktor multiplizierst du den Einkaufspreis, um den Verkaufspreis zu erhalten.
Aufschlag und Handelsspanne beschreiben also denselben Gewinn von 40 €, nur auf eine andere Basis bezogen. Deshalb ist der Aufschlag immer größer als die Handelsspanne. Wer im Gespräch nur „Marge“ sagt, sollte klären, welche der beiden gemeint ist.
1. Die Marge aus zwei Preisen
Tippe Einkaufspreis und Verkaufspreis ein. Das große Ergebnis ist der Rohgewinn pro Stück, darunter stehen Aufschlag, Handelsspanne und Kalkulationsfaktor. Noch ein Beispiel: Eine Tasse Kaffee kostet im Einkauf an Bohnen, Milch und Becher 0,90 € und wird netto für 2,70 € verkauft. Der Rohgewinn ist 1,80 €, der Aufschlag 200 %, die Handelsspanne 66,67 % und der Kalkulationsfaktor 3. Personal, Miete und Strom sind darin noch nicht bezahlt, sie müssen aus dem Rohgewinn gedeckt werden.
2. Den Verkaufspreis für ein Ziel
Du weißt, welche Spanne du brauchst, und suchst den Preis. Tippe im Satz auf „eine Handelsspanne“ oder „einen Aufschlag“, je nachdem, wie du rechnest.
- Mit Handelsspanne: Verkaufspreis = Einkaufspreis ÷ (1 − Spanne). 60 € Einkauf und 40 % Spanne ergeben 60 ÷ 0,6 = 100 €.
- Mit Aufschlag: Verkaufspreis = Einkaufspreis × (1 + Aufschlag). 60 € Einkauf und 40 % Aufschlag ergeben 60 × 1,4 = 84 €.
Der Unterschied von 16 € pro Stück zeigt, wie teuer eine Verwechslung werden kann. Eine Handelsspanne von 100 % oder mehr ist übrigens nicht möglich, denn dann müsste der Einkaufspreis null sein. Der Rechner zeigt in diesem Fall einen Hinweis.
3. Den Preis mit einem Faktor
Viele Händler und Handwerksbetriebe arbeiten mit einem festen Kalkulationsfaktor für eine ganze Warengruppe. Du tippst den Einkaufspreis und den Faktor ein und erhältst den Verkaufspreis. 12 € Einkauf mit dem Faktor 1,8 ergeben 21,60 €. Darunter stehen Rohgewinn, Aufschlag und Handelsspanne, damit du siehst, was der Faktor in Prozent bedeutet.
Vom Nettopreis zum Preisschild
Die Marge rechnest du mit Nettopreisen, denn die Mehrwertsteuer gehört nicht dir, sie geht an das Finanzamt. Für das Preisschild im Laden brauchst du danach den Bruttopreis. 100 € netto werden in Deutschland mit 19 % zu 119 € brutto. Diesen Schritt erledigt der Mehrwertsteuerrechner, der auch die Sätze für Österreich, die Schweiz und Luxemburg kennt. Planst du eine Aktion, zeigt dir der Rabattrechner den reduzierten Preis, und hier siehst du danach, wie viel Spanne nach dem Rabatt noch bleibt.
Wie viel Marge ist normal?
Darauf gibt es keine allgemeine Antwort. Übliche Spannen hängen von der Branche, vom Lager, vom Personal und von der Konkurrenz ab. Der Rechner nennt deshalb keine Richtwerte. Er rechnet nur genau mit deinen Zahlen, damit du verschiedene Preise schnell durchspielen kannst. Ein praktischer Weg: Trag zuerst deine Kosten pro Stück ein, probiere dann im Modus „den Verkaufspreis für ein Ziel“ zwei oder drei Spannen aus und vergleiche die Preise mit denen, die deine Kundschaft gewohnt ist. Ein Link über „Teilen“ öffnet dieselbe Rechnung mit denselben Zahlen, etwa für deine Steuerberatung oder dein Team. Für allgemeine Prozentaufgaben gibt es den Prozentrechner.
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